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Bettina Wegner

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Biografie

Bettina Wegner (* 4. November 1947 in Berlin-Lichterfelde) ist eine deutsche Liedermacherin und Lyrikerin. Ihr bekanntestes Lied ist Kinder (Sind so kleine Hände…) aus dem Jahre 1978.

Bettina Wegner wurde in Berlin (West) geboren. Nach der Gründung der DDR übersiedelten ihre Eltern – überzeugte Kommunisten – mit ihr nach Ostberlin. Sie erlernte den Beruf einer Bibliotheksfacharbeiterin und begann 1966 ein Studium an der Schauspielschule Berlin. 1966 war sie Mitbegründerin der Oktoberklubs, der jedoch zu diesem Zeitpunkt noch Hootenanny-Klub hieß.

Nachdem sie 1968 mit Thomas Brasch und anderen Flugblätter gegen die Intervention der Warschauer-Pakt-Staaten in der Tschechoslowakei (Prager Frühling) protestiert hatte, wurde sie exmatrikuliert, verhaftet und wegen „staatsfeindlicher Hetze“ auf Bewährung verurteilt. Nach „Bewährung in der Produktion“ besuchte sie die Abendschule, holte ihr Abitur nach und absolvierte 1971/72 eine Ausbildung als Sängerin am Zentralen Studio für Unterhaltungskunst. Seitdem lebt sie freischaffend.

Eigene Veranstaltungsreihen (Eintopp, Kramladen) gemeinsam mit Klaus Schlesinger, mit dem sie von 1970 bis 1982 verheiratet war, wurden von staatlichen Stellen verboten. Nach öffentlichem Protest gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns 1976 wurden ihre Auftrittsmöglichkeiten immer weiter beschnitten, sie wurde bespitzelt und unter Druck gesetzt. Die humoristische Songgruppe MTS ermöglichte ihr in dieser Zeit noch Auftritte als Geheimtipp, denn auf dem Plakat stand: „MTS und Sängerin“. Ebenso half Josh Sellhorn, mit dem sie ein „unverfänglich“ klingendes Programm hatte: „Kurt Tucholsky und Songs von heute“. Die Konzerte waren trotzdem überfüllt, denn Mundpropaganda war in der DDR sehr wirkungsvoll, wenn es um verbotene Literatur oder Musik ging. Auch in einigen Kirchen konnte sie noch Konzerte geben, z.B. in der für oppositionelle Veranstaltungen bekannten Samariterkirche in Berlin. Als sie durch eine „Kennzeichen D“-Sendung von Dirk Sager 1978 auch im Westen schlagartig bekannt wurde, konnte sie ihr Berufsverbot in der DDR mit Auftritten in der Bundesrepublik Deutschland, Österreich, Belgien und der Schweiz kompensieren. Liedermacher entsprachen dem Zeitgeist, auch durch die neue Friedensbewegung Anfang der 1980er Jahre. Nach Einleitung eines Ermittlungsverfahrens „wegen Verdachts auf Zoll- und Devisenvergehen“ sah sich Bettina Wegner als DDR-Bürgerin vor die Wahl gestellt: Gefängnis oder Ausbürgerung (1983). Das war eine bekannte Methode der DDR-Regierung, unliebsame Künstler loszuwerden. Daraufhin zog sie nach Westberlin um, arbeitete hier nun als linke, kritische Liedermacherin weiter.

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