Biografie

Ivo Amarilli aka Baby Genius gehörte zu den grösstenmusikalischen Überraschungen des Jahres 2008 und war laut Suisa sogar der erste Internet-Hype der Schweiz. Nun legt der 23-jährige Innerschweizer mit dem Album „Razzmatazz“ nach. Ein zweites Mal will und kann Baby Genius aber nicht mehr auf die Hype-Maschinerie setzen und hat seinem Songwriting einen neuen Anstrich verpasst. War sein Debüt gekennzeichnet durch jugendlichen Sturm und Drang, überzeugt sein Zweitling durch anspruchsvollere Songs mit mehr Tiefgang. Die markante Brit-Pop-Orientierung erhält mit der neuen Platte eine ruhigere, nachdenklichere und experimentellere Note. So hat Amarilli Wert gelegt auf eine vielfältigere Instrumentierung seiner Songs, unter anderem mit Kontrabass, Cello und Keyboards. Der Sound von Baby Genius changiert nun gekonnt zwischen Brit-Pop, Country, Folk und sogar Electro-Pop.

Bemerkenswert ist Amarillis Effizienz. Jeder Song, den er bisher geschrieben hat, wurde
veröffentlicht. Er ist ein intuitiver Macher und kein aufgezwungener Denker. Amarilli kann weder
Noten lesen noch wirklich gut Gitarre spielen. Er verlässt sich auf sein Gehör und schafft es wohl
gerade wegen dieser musikalischen Naivität derart unbeschwert zu klingen. In den Songs stecken
grosse Gefühlswelten und keine zwanghaft ausgedachten Songstrukturen. „In meiner Band bin ich
musikalisch mit Abstand am wenigsten gebildet. Zum Ärger meiner Band singe ich meine Ideen oft vor
– ihre Aufgabe ist es, herauszufinden welche Noten das sind. Die Kombination von meinem Gespür für
Musik und meiner damit verbundenen etwas naiven Angehensart mit dem Musikwissen meiner
Bandkollegen ist sehr fruchtbar“ (Amarilli).

Baby Genius erzählt Geschichten aus dem Alltag, die weder Anspruch haben die Welt zu retten noch
sie zu verändern: Beim Song „Razzmatazz“ könnte man meinen, dass es um die Eroberung einer Frau
geht. Beim genaueren hinhören merkt man, dass sich dieser Song um was ganz anderes dreht. Im
Zentrum steht das Muster von einem Sitzbezug in einem Pendlerzug. Das Muster weist keine
wiederkehrende Logik auf, was auf langweiligen Pendlerstrecken durchaus zu Kopfzerbrechen führen
kann. Solche versteckten Anekdoten aus dem Alltag sind haufenweise in Amarilli’s Songs zu
Entdecken. In „Antenna“ schwärmt er für eine Radiomoderatorin, und wie mit ihrer Stimme aus den
Radioboxen jeden Morgen die Sonne aufgeht. Baby Genius Songs handeln vom Pendeln, der Heimat,
von Eifersucht, aufgezwungenem Feminismus, der Hassliebe zum Texte schreiben und vom ganz
normalen Alltagswahnsinn.

War Amarilli auf dem Debüt noch mehr oder weniger als Einzelkämpfer unterwegs, hat auf
„Razzmatazz“ die Band von Baby Genius auch beim Entstehungsprozess der Songs aktiv mitgewirkt.
Für das Songwriting zeichnete der Luzerner indes immer noch alleine verantwortlich. Pate standen
weder Pete Doherty (The Libertines) noch Paul Smith (Maximo Park), sondern vielmehr die Luzerner
Indie-Helden Mothers Pride. „Tobi Gmür war in meinen Jugendjahren mein musikalisches Vorbild und
hat mit seiner Band meinen Musikgeschmack geprägt. Es ist toll, dass ich mit diesem Mann meine
zweite Platte aufnehmen konnte“ (Amarilli).

Bearbeitet von ConnyCH am 26. Nov. 2010, 10:04

Alle von Benutzern bereitgestellten Inhalte auf dieser Seite stehen unter der Creative Commons Attribution/Share-Alike-Lizenz.
Texte können zudem unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation stehen.

Wikifakten

Aus Fakten generiert, die in der Wiki markiert wurden.

Keine Fakten zu diesem Künstler.

Du betrachtest Version 4. Schau dir ältere Versionen an, oder diskutiere über diese Wiki.

Du kannst dir auch eine Liste mit allen kürzlichen Wiki-Änderungen ansehen.