Biografie

Sir Philip Anthony Hopkins (CBE), (* 31. Dezember 1937 in Margam, Port Talbot, Wales) ist ein britisch-US-amerikanischer Schauspieler. Weltweiten Ruhm erntete er durch seine Darstellung der psychopathischen Romanfigur Dr. Hannibal Lecter von Thomas Harris.

Kindheit

Philip Anthony Hopkins wurde Silvester 1937 in Wales geboren. Mit seiner Mutter Muriel und seinem Vater Richard Arthur wuchs er in einer kleinen Wohnung über der familieneigenen Bäckerei auf. Der junge Anthony war nach eigenen Aussagen ein Einzelgänger. Hopkins hatte das Problem, dass er zwar sehr intelligent war, sich aber für Dinge interessierte, die nichts mit der Schule zu tun hatten. Kunst, Musik und vor allem Schauspiel wurden in den 30er und 40er Jahren an britischen Schulen nicht sonderlich gefördert. Als Legastheniker hatte er es während seiner Schulzeit auf der Port Talbot Central School zusätzlich schwer, bekam fast nur schlechte Noten und war nicht sehr beliebt. Er zog es vor, zu zeichnen und Klavier zu spielen, statt mit anderen Kindern zu spielen. Als er zwölf Jahre alt war, nahmen ihn seine Eltern von der Schule und schickten ihn ins West Monmouth Internat in Pontypool, in der Hoffnung er würde dort Disziplin erlernen. Für die letzten vier Schuljahre wechselte er noch einmal auf die Cowbridge Grammar School, die er mit der mittleren Reife abschloss.

Schon früh interessierte sich Anthony Hopkins fürs Kino. In den Ferien sah er immer mindestens zwei Filme in der Woche und war begeistert von Schauspielern wie Humphrey Bogart oder James Cagney. Sein besonderes Vorbild war Richard Burton, der nur einige Straßen von den Hopkins entfernt gewohnt hatte.

Nach seinem Schulabschluss hielt er sich mit kleinen Jobs über Wasser, bis er 1958 zur Royal Artillery eingezogen wurde. Als Kanonier verbrachte er zwei Jahre in einem Büro der Army. Danach zog er zurück zu seinen Eltern, die mittlerweile in Laleston in der Nähe von Bridgend wohnten. In diesem Ort beschäftigte er sich wieder mit dem Theater und spielte in mehreren Stücken mit. 1960 hatte er seinen ersten professionellen und bezahlten Auftritt in Have A Cigarette im Palace Theater. Er erhielt einen der begehrten Plätze an der Royal Academy of Dramatic Art in London, wo er 1963 seinen Abschluss machte.

Schauspielerkarriere

1965 lud ihn das Laurence Olivier’s National Theater zu einem Vorsprechen ein. Hopkins wählte einen Part aus Othello, jener Rolle, mit der Olivier seit etwa einem Jahr in den Kinos brillierte. Hopkins bestand die Prüfung und wurde engagiert.

1966 war Hopkins dann das erste Mal auf der Leinwand zu sehen, und zwar in dem Film The White Bus von Regisseur Lindsay Anderson. Allerdings war Zelluloid noch nicht das richtige Medium für Hopkins. Er machte sich zunächst einen Namen als Bühnenschauspieler am National Theater und spielte in den Stücken The Flea In Her Ear, Juno And The Peacock, The Provincial Life und Three Sisters.

1967 kam dann der große Wendepunkt. Als Laurence Olivier während der Spielzeit von Dance Of Death erkrankte, sprang Hopkins für ihn ein. In Folge stand Hopkins als „Audrey“ auf der Bühne in einer ursprünglichen Version von Shakespeares Wie es euch gefällt (mit ausschließlich männlichen Darstellern). Außerdem war er als junger Richard Löwenherz in Der Löwe im Winter auf der Leinwand zu sehen. Der Film feierte einen ungewöhnlich großen Erfolg und wurde mit drei Oscars ausgezeichnet (Bestes Drehbuch, Beste Musik und Katharine Hepburn als beste Hauptdarstellerin). Obwohl es sich erst um Hopkins’ zweite Filmrolle handelte, sollte er nicht leer ausgehen und wurde gleich für den British Academy of Film and Television Arts Award (BAFTA) nominiert.

Aber das Jahr 1967 war nicht nur ein positiver Wendepunkt; Hopkins begann aufgrund privater Probleme, immer öfter zu trinken. Hinzu kam die zunehmende Aufmerksamkeit durch die Öffentlichkeit, die dem Einzelgänger zu schaffen machte. Das Verhalten seinen Mitmenschen gegenüber wurde immer unfreundlicher. Er begann seine Schauspielkollegen am National Theatre regelrecht zu hassen. Diese Unzufriedenheit trieb ihn nur tiefer in die Arbeit. Er stand nun vermehrt vor der Kamera und war unter anderem in John le Carrés Agententhriller Krieg im Spiegel und als Claudius in Shakespeares Hamlet mit Nicol Williamson in der Titelrolle zu sehen. Das Geschäft lief gut, und Hopkins gab sowohl am National Theatre als auch auf der Leinwand eine sehr gute Figur ab. Beruflich ging es weiter aufwärts.

Im Jahr 1971 bekam Hopkins seine erste Hauptrolle in einem Actionfilm. In Das Mörderschiff nach dem Roman von Alistair MacLean spielte er den Geheimagenten Philip Calvert, der gegen Piraten an der schottischen Küste antritt. Kurz darauf wurde Hopkins von Richard Attenborough entdeckt, der ihn „den besten Schauspieler seiner Generation“ nannte und ihn für fünf Filme besetzte. 1973 gewann Hopkins schließlich den BAFTA für seine Rolle in der Mini-Fernsehserie Krieg und Frieden. Doch privat ging es ihm schlecht, und er hatte mittlerweile einen Tiefpunkt erreicht. Hopkins war dem Alkohol verfallen und trank exzessiv.

Als er am 29. Dezember 1975 irgendwo in Arizona erwachte und keine Ahnung hatte, wo er war und wie er dahin gekommen war, gab er das Trinken ein für allemal auf. Sein Erfolg in Großbritannien war mittlerweile recht groß, aber Hopkins hatte seinen Jugendtraum nie vergessen, eines Tages Richard Burton nach Hollywood zu folgen. So spielte er an der Seite von Goldie Hawn in Das Mädchen von Petrovka einen KGB-Agenten, der die Liebschaften zwischen einer Ballerina (Hawn) und einem US-Journalisten verhindern soll. Der Film war ein mäßiger Erfolg, allerdings hatte Hopkins endlich den Fuß in der Tür.

Für seine Darstellung als Richard Hauptmann in Die Entführung des Lindbergh-Babys gewann er 1976 seinen ersten Emmy, und es sollten weitere Preise und Nominierungen folgen. Als israelischer Premierminister Yitzhak Rabin war er im Geiseldrama Operation Entebbe zu sehen. In Die Brücke von Arnheim spielte er Lieutenant Colonel John Frost. Im 1978 gedrehten Horrorfilm Magic – Eine unheimliche Liebesgeschichte (siehe hierzu auch David Ogden Stiers) entfaltete Hopkins seine wilde Seite und wurde wieder für den BAFTA und den Golden Globe nominiert. Ebenfalls im Jahre 1978 spielte Hopkins in dem Film Alles Glück dieser Erde den Trainer des Britischen Olympia Reiterteams Captain Johnson. Unter seiner strengen Führung und qualifiziertem Training holt das Team, allen voran die 18-jährige Titelfigur Sarah Brown (Tatum O’ Neal) für Großbritannien die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in München 1972. Der Film ist eine freie Fortsetzung des Filmes „National Velvet“ (Elizabeth Taylor).

Höhepunkt seiner Karriere

Er war nun konstant auf Bühne und Leinwand zu sehen. Vor allem Anfang der 80er Jahre entstanden einige erfolgreiche Filme wie Der Elefantenmensch von Regisseur David Lynch und Der Bunker, für den er für seine Darstellung Adolf Hitlers den Emmy bekam. Unvergesslich blieb er als Mohr in Othello, als Quasimodo in Der Glöckner von Notre Dame (mit Lesley-Anne Down als Esmeralda) und als grausamer Kapitän William Bligh, der versucht, in Die Bounty eine Meuterei zu verhindern.

Mitte der 80er Jahre ging Hopkins zurück nach England. Unter anderem spielte er 1988 den ruhigen Buchhändler Frank Doel in Zwischen den Zeilen und danach in Graham Greenes Der 10. Mann. Erst in den 90er Jahren entschied sich Hopkins dafür, wieder in Hollywood zu drehen. In der Disney-TV-Fassung von Große Erwartungen bekam er durch Zufall die Rolle von Abel Magwitch.

Dann kam das Angebot seines Lebens: Regisseur Jonathan Demme suchte einen Schauspieler für die Rolle eines Psychopathen, aber Gene Hackman, Robert Duvall, Brian Cox und Jeremy Irons hatten bereits abgelehnt. Also besetzte er Anthony Hopkins für eine Rolle, mit der man ihn sein restliches Leben in Verbindung bringen würde: Dr. Hannibal Lecter. In Das Schweigen der Lämmer unterstützt Hopkins als genial grausamer Psychopath die FBI-Agentin Clarice Starling (Jodie Foster) bei ihrer Jagd nach einem Serienkiller. Für diese Rolle nahm Hopkins bei der Verleihung der Academy Awards seinen ersten Oscar entgegen. Hopkins spielte auch in den folgenden Filmen den Kannibalen Dr. Hannibal Lecter: Roter Drache und - wie unten angeführt - Hannibal.

In Freejack – Geisel der Zukunft verkörperte Hopkins einen alten Milliardär, der seinen Geist in einen jungen gesunden Körper transferieren möchte.

In kurzer Zeit drehte er jede Menge erfolgreiche Filme, darunter Der Prozeß nach dem Roman von Franz Kafka, Bram Stoker’s Dracula (als Abraham van Helsing), Wiedersehen in Howards End und Chaplin unter der Regie von Attenborough. Dann kehrte er das erste Mal seit Krieg im Spiegel zum Thema Kalter Krieg zurück. In John Schlesingers Und der Himmel steht still spielte Hopkins einen amerikanischen Geheimagenten im von Russen besetzten Teil Berlins, der sich in die falsche Frau verliebt.

Es folgte eine Rolle in dem für acht Oscars nominierten Drama Was vom Tage übrig blieb, in dem er den aufopfernden Butler Stevens spielt, der nicht nur wegsieht, als sein Herr mit Hitler sympathisiert, sondern auch den Tod seines eigenen Vaters verdrängt, um den Tisch zu decken. Eine der Oscar-Nominierungen galt Hopkins’ Darstellung.

In Shadowlands - Ein Geschenk des Augenblicks – wieder unter Regie von Richard Attenborough – spielte Hopkins den Narnia-Autor C. S. Lewis. Das Ergebnis brachte Hopkins einen BAFTA ein. In Legenden der Leidenschaft übernahm Hopkins den Part des durch einen Schlaganfall behinderten Vaters des Ludlow-Familienclans, dessen Söhne (Brad Pitt und Aidan Quinn) um die gleiche Frau kämpfen.

Für Oliver Stones Nixon-Verfilmung gab es dann eine weitere Oscar-Nominierung für die Darstellung des Präsidenten. Nun war Hopkins bekannt und auch wohlhabend genug, um ein eigenes Projekt in die Tat umzusetzen. Unter dem Titel August verfilmte er Tschechows Theaterstück Onkel Wanja, setzte aber die Handlung ins Ende des letzten Jahrhunderts nach Südwales. Hopkins spielte nicht nur die Hauptrolle, sondern führte auch Regie und komponierte den klassischen Soundtrack.

Für seinen Auftritt in Steven Spielbergs Amistad als Präsident John Quince Adams wurde er wieder für einen Oscar nominiert. Nach dem Kinohit Die Maske des Zorro, in dem Hopkins als alternder Zorro seinen Nachfolger Antonio Banderas instruiert, begegnete er in Rendezvous mit Joe Black dem Tod (Brad Pitt). 2001 war Hopkins dann wieder in Ridley Scotts Hannibal in der Rolle des Hannibal Lecter zu sehen, 2007 in Gregory Hoblit’s Thriller Das perfekte Verbrechen.

Privatleben

Hopkins war von 1967 bis 1972 mit Petronella Barker verheiratet, mit der eine Tochter hat, Abigail Hopkins. Am 13. Januar 1973 heiratete er Jennifer Lynton, die beiden wurden am 30. April 2002 offiziell geschieden. Seit dem 1. März 2003 ist er mit seiner jetzigen Frau Stella Arroyave verheiratet.

Bearbeitet von Wulfenlord am 29. Mär. 2008, 9:23

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