Biografie

Annette Hanshaw (* 18. Oktober 1901 in New York City; † 13. März 1985 ebenda) war eine US-amerikanische Jazzsängerin.

Annette Hanshaw, die eine Zeitgenossin von Mildred Bailey, Ethel Waters, Connee Boswell und Bessie Smith war, zählte zu den populärsten Sängerinnen der späten zwanziger und frühen dreißiger Jahre. Hanshaw entdeckte schon früh ihre Liebe zum Singen und orientierte sich anfangs an Vorbildern wie Frank Fay, Sophie Tucker und Marion Harris. Ihr Vater, ein wohlhabender Hotelier, erfüllte ihr den Wunsch nach einem eigenen Musikgeschäft und verschaffte ihr Auftritte in seinen Hotels und auf seinen Parties. Auf einer solchen hörte sie der A&R-Mann Wally Rose und ermöglichte ihr, von 1926 bis 1928 bei der Plattenfirma Pathe Records vorzusingen. Schon sehr schnell wurde sie zu einer der Attraktionen des Labels; ihre frühen Aufnahmen mit Ukulele und Scatgesang machten sie zu einer Art weiblichem Pendant des (ebenfalls für Pathe arbeitenden) Cliff Edwards. Als die Firma 1928 von Columbia übernommen wurde, erschien Annette Hanshaw auf einigen ihrer 78er Billigplatten. Obwohl die meisten dieser Platten unter ihrem eigenen Namen erschienen sind, brachte Columbia einige Schallplatten unter verschiedenen Pseudonymen wie Gay Ellis (für sentimentale Nummern) und Dot Dare oder Patsy Young (für ihre Helen Kane-Imitationen).

Hanshaw, die materiell unabhängig war, konnte Angebote, im Show- und Filmgeschäft zu arbeiten, ausschlagen, und beschränkte sich auf Plattenaufnahmen. In den nur acht Jahren ihrer Aufnahmetätigkeit produzierte Hanshaw maßgebliche Platten außerhalb des Blues; sie bevorzugte „schwarze“, sehr ernsthafte Balladen im Medium-Slow-Tempo und „weiße“, rhythmisch-swingende Up-Tempo-Titel und Nummern, die dazwischen liegen, wie „Ready for the River“ und „Cause I feel Low Down“, die sie „mit der morbiden Leidenschaft des Blues und mit Elementen ihres ihres spezifischen Vokabulars (durchtränkt): ein schnelles Tempo,um die verzweifelte und doch aggressive Haltung auszudrücken, und vor allem die gradlinige Direktheit ihres Ausdrucks“, schrieb der Autor Will Friedwald.

Ihr gelang es, innerhalb weniger Jahre, eine Radio-Hitserie nach der anderen zu produzieren. Mit einem Vertrag der ARC und ihren Sublabels begann sie 1932, die besten Platten ihrer gesamten Karriere aufzunehmen. Hanshaw hatte 1933 auch einen einzigen Filmauftritt in dem Paramount-Kurzfilm Captain Henry’s Radio Show, einer filmischen Version ihres populären Radioprogramms, der Maxwell House Show Boat, in der sie von 1932 bis 1934 auftrat. Hanshaw sang darin „We Just Couldn’t Say Goodbye“.

Viele bekannte Jazzmusiker wirkten auf ihren Schallplatten mit, darunter Red Nichols, Miff Mole, Phil Napoleon, Joe Venuti, Eddie Lang, Adrian Rollini, Vic Berton, Benny Goodman, Jimmy Dorsey, Tommy Dorsey und Jack Teagarden; außerdem sang sie im Duett mit Frank Ferara. Hanshaws Markenzeichen war ihr - in kindlicher Stimme gesprochener - Satz „That’s all“ am Ende ihrer Platten.

1934 beendete sie ihre Aufnahmetätigkeit mit einer letzten Session am 3. Februar für Vocalion und heiratete ihren Agenten Wally Rose; ein Jahr später gab sie ihre erfolgreiche Radioshow „The Camel Caravan“ auf, arbeitete dann noch eine Weile im Studio und schrieb Presseberichte für Sponsoren. 1938 setzte sie sich endgültig zur Ruhe. In späteren Jahren bereitete sie ein Comeback vor, indem sie zwei Demo-Bänder aufnahm, die jedoch nie veröffentlicht wurden. Sie verbrachte ihren letzten Jahre in Manhattan und starb nach langer Krankheit 1985 an Krebs.

Bearbeitet von yofromsoho am 28. Jan. 2010, 18:59

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