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Review: Panteón Rococó @ Juicy Beats Festival, Dortmund

8. Sep. 2008, 6:02

„Wo ist die Erdbeere?“ – Panteón Rococó auf dem Juicy Beats
von Judith Grövert

Das Panteón Rococó live jedes Tanzbein zum schwingen bringen, durfte ich dieses Jahr einige Male erleben. Ob auf großen Festivals oder in kleineren Clubs- die Mexikaner bringen die Meute zum toben und feiern jedes Mal eine fette Party mit dem Publikum.
So kam es, dass die Entscheidung nach Dortmund zum Juicy Beats zu fahren ganz spontan fiel. Eigentlich ja gar nicht meine Musik… aber diesmal stand PANTEON im Programm.
Direkt nach der Ankunft erstmal die Orientierung sichern: „Wo ist die Erdbeere?“ auf dieser Bühne, Mainstage 2, sollten die Jungs aus Mexiko auftreten.
Nachdem das geklärt war haben wir uns ein bisschen umgeschaut. Ein bisschen den Tönen von Nosliw auf der Apfelbühne gelauscht, anschließend zu La Papa Verdes Rhythmen getanzt…
Wie so oft auf Festivals bei denen PANTEON im Programm stehen, sah man einige der Jungs schon vor dem eigenen Auftritt im Getümmel. So auch dieses Mal. Paco und Gorri warfen einen Blick auf die grünen Kartoffeln aus Köln.
Mit einer kleinen Verspätung betrat die elfköpfige Kombo die Bühne, so dass die wartenden Leute noch genug Zeit hatten sich über bisherigen Konzerterfahrungen bei Panteón auszutauschen. Für viele der Anwesenden war es nicht das erste Konzert, wie ich den Gesprächen entnehmen konnte.
Anfangs waren wir noch etwas enttäuscht von der im Vergleich zu anderen Festivals eher bescheidenen Besucherzahl, doch nun schien sich alles vor der FZW- Bühne zu versammeln. Selten habe ich bei einem PANTEON Konzert ein so gemischtes Publikum gesehen- ob Kinder, junge Leute oder schon etwas reifere Herrschaften – keiner wollte sich diesen Auftritt entgehen lassen.
Und schließlich war es endlich soweit….
Wie immer starteten die PANTEONen von Anfang an voll durch. Mit jedem Takt wurden immer mehr Leute in ihren Bann gezogen, so dass schon nach den ersten Liedern keiner mehr still stand.
PANTEON ist eine Band, die es schafft e Botschaften zu vermitteln und trotz der oft eher schwerlastigen Texte in denen sie sich zur zapatistischen Befreiungsarmee bekennen, die Leute zum tanzen zu bringen. Selbst Herzschmerzlieder wie „Cúrame“ und „No Te Recuerdo“ haben so gar nichts jämmerliches an sich und trotz der doch eher traurigen Texte fand man kaum jemanden im Publikum, der nicht ein Grinsen im Gesicht hatte.
Wie bei fast allen Konzerten bildete auch in Dortmund „La Carencia“ den krönenden Abschluss. Als Missael die Leute auf die Bühne winkte und dann selbst mit einem Sprung in die Menge von der gleichen verschwand, wurde diese wie schon so oft bei diesem Lied gestürmt. Selbst die etwas verdutzt guckenden Securitys ließen die Leute vorbeiziehen und schließlich wippte die ganze Bühne im Takt zu dem Lied, dass nicht nur die triste Realität eines Arbeitstags beschreibt, sondern auch das Kommen von anderen mexikanischen Bands wie Los de Abajo und Maldita Vecindad ankündigt.
Bei der Fiesta die geboten wurde macht auch ein Loch in der Hose nichts aus, dass man sich bei zu schneller Überquerung der Absperrungen zuziehen kann und beim Blick von der Bühne ins Publikum bestätigte sich das, was man eh schon vermutete: die Menge tobte.
Doch irgendwann ist auch das schönste zu Ende und die Jungs mussten die Bühne für den nächsten Akt Get Well Soon räumen.
Völlig verschwitze Menschen stürmten die Bierstände und zufrieden wurden die umliegenden Wiesen eingenommen.
Weiter so PANTEON und bis zum nächsten Mal!
Yo les recuerdo!

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